„Akuter Durchfall – Symptome, Ursachen, Behandlung“

Klicken Sie auf die folgenden Überschriften für weitere Informationen:

Durchfall als Symptom

Wie oft jemand Stuhlgang hat, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Gesund ist alles im Bereich zwischen dreimal pro Woche bis dreimal pro Tag. Von Durchfall (medizinisch: Diarrhoe oder Diarrhö) spricht man bei Erwachsenen bei mehr als drei Stuhlgängen pro Tag.

Eine andere Definition des Durchfalls bezieht sich auf das Stuhlgewicht: Bei Durchfall ist das Stuhlgewicht pro Tag größer ist als 200 Gramm. Zum Vergleich: In Westeuropa beträgt das Stuhlgewicht pro Tag durchschnittlich 105 bis 140 Gramm.

Das Stuhlgewicht ist auch von der Ernährung abhängig: Menschen, die viele Ballaststoffe, also unverdauliche Fasern, zu sich nehmen, haben grundsätzlich ein höheres Stuhlgewicht. Bei Durchfall ist die Stuhlkonsistenz verändert: Durch vermehrte Wassereinlagerung ist der Stuhl weicher als gewohnt, breiig bis hin zu flüssig. Die Stuhlkonsistenz wird von einer wissenschaftlichen Skala in sechs Formen eingeteilt, von „hart wie Nüsse“ bis wässrig.

Abbildung zur Stuhlkonsistenz (englisch)
Wie funktioniert der Darm?

Flüssigkeitsbilanz des Darmes

Der Darm besteht aus zwei Hauptteilen: dem Dünn- und dem Dickdarm. Der Dünndarm besteht aus dem sich an den Magen anschließenden Zwölffingerdarm (Duodenum, 0,25 Meter lang), gefolgt vom Leerdarm (Jejunum, 1,2 Meter lang) und dem Krummdarm (Ileum, 1,8 Meter lang). Dieser mündet am Blinddarm (Caecum) in den Dickdarm (Gesamtlänge 1,3 Meter), der sich über den Grimmdarm (Kolon) bis zum Mast- oder Enddarm (Rectum) fortsetzt.

Pro Tag gelangen beim gesunden Erwachsenen etwa 10 Liter Flüssigkeit in den Dünndarm:

  • bis 3 Liter mit der Nahrung
  • 1-2 Liter Magensekret
  • 1,5 Liter Gallen- und Pankreassekret
  • 3-4 Liter Dünndarmsekret.

Davon wird der größte Teil in unterschiedlichen Darmabschnitten rückresorbiert: im Leerdarm 3 bis 6 Liter, im Krummdarm 2 bis 4 Liter und im Grimmdarm 1 bis 2 Liter.

Im Ergebnis enthält der Stuhl im Durchschnitt 100 bis 200 Milliliter Wasser/Tag (60 bis 85 Prozent Wasseranteil). Der Rest des Wassers wird auf anderem Wege ausgeschieden.

Ursachen des akuten Durchfalls

Nicht jeder Durchfall ist behandlungsbedürftig: So gehört Durchfall durch Nervosität, etwa vor einer Prüfung, zu den normalen Stressreaktionen des Körpers und verschwindet ohne Behandlung von selbst.

Krankhafter Durchfall wird oft durch Infektionen verursacht. Dann hat der Durchfall einen positiven Effekt: Der Körper versucht, die krankmachenden Erreger los zu werden. Vorbeugen kann man einigen Infektionen, indem man auf die Hygiene achtet: Nach jedem Toilettenbesuch sollte man sich gründlich die Hände mit Seife waschen. Wer an einem akuten Durchfall erkrankt ist, sollte soweit möglich eine separate Toilette benutzen bzw. die Toilette nach der Benutzung desinfizieren. Die Handtücher sollten sehr oft gewechselt werden – idealerweise benutzt man Papierhandtücher.

Durchfall kann durch verschiedene Mechanismen entstehen:

  • Der Speisebrei bindet zu viel Wasser im Darm
    Wenn eine Substanz nicht aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden kann, bindet sie Wasser im Darminneren. Die Folge: Der Darminhalt wird weich bis wässrig. Dieser Effekt ist für die Wirkung einiger Abführmittel verantwortlich, zum Beispiel bei Glauber- oder Bittersalz. Diese beiden Salze bestehen zum Teil aus Sulfaten, die nicht von der Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden können.
  • Flüssigkeit wird in den Darm abgegeben
    Gibt der Körper aktiv Flüssigkeit in den Darm ab, führt dies zu wässrigen Durchfällen. Sie treten z.B. bei Infektionen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder bei Nahrungsmittelvergiftungen auf.
  • Entzündung der Darmschleimhaut
    Durch Bakteriengifte oder Parasiten kann sich die Darmschleimhaut entzünden. Als Folge sondert sie mehr Schleim oder sogar Blut ab. Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist die Darmschleimhaut entzündet, Schleim und Blut sind dann oft schon mit bloßem Auge erkennbar.
  • Der Darm ist überaktiv
    Der gesunde Darm bewegt sich ständig. Diese Bewegungen heißen medizinisch Peristaltik. Bewegt er sich aber zu stark, bleibt der Speisebrei nur relativ kurz im Darminneren – und diese Zeit genügt dann nicht mehr, um genug Flüssigkeit aus dem Darm zu ziehen.
  • Zu viel Fett im Darm
    In einem gesunden Darm wird dem Speisebrei der größte Teil des enthaltenen Fetts entzogen. Durch Gallensäuren gelingt es dem Körper, die Fetttropfen aus der Nahrung sehr fein verteilen, in seine Bestandteile zu spalten und es ins Blut aufzunehmen. Sind im Darm zu wenige Gallensäuren aktiv, bleibt das Fett hingegen im Darminneren. Ab einer Fettausscheidung von mehr als 7 Gramm pro Tag spricht man von einem Fettstuhl (medizinisch Stearorrhoe). Ursachen dafür sind z.B. Erkrankungen der Galle oder der Bauchspeicheldrüse.

Unterschieden werden nach Länge der Beschwerden akuter und chronischer Durchfall. Der akute Durchfall ist meist Folge einer Infektion. Hält der Durchfall länger als zwei bis vier Wochen an oder tritt wiederholt in Schüben auf, spricht man von einem chronischen Durchfall. Chronischer Durchfall sollte von einem Arzt untersucht werden.

Auch Arzneimittel können als Nebenwirkung einen Durchfall auslösen. Diese Nebenwirkung ist bekannt bei vielen verschiedenen Medikamenten. Beispiele sind Antibiotika, Medikamenten gegen Krebserkrankungen oder HIV-Medikamenten. Magenmittel, die Magnesium enthalten, können ebenfalls zu Durchfall führen. Auch eine Strahlenbehandlung kann Durchfall auslösen.

Reisedurchfall

Reisedurchfall entsteht, wenn der Körper mit unbekannten Bakteriengiften in Berührung kommt. Vorbeugen kann man, wenn man Obst oder Gemüse vor dem Verzehr schält oder gründlich erhitzt. Bei Wasser – egal ob zum Waschen von Nahrungsmitteln, zum Trinken oder zum Zähneputzen – soweit möglich auf Flaschenabfüllungen zurückgreifen statt auf Leitungswasser. Vor dem Essen sollte man sich gründlich die Hände desinfizieren.

Bei Reisedurchfall ist eine Selbstbehandlung sinnvoll – allerdings sollten die Grenzen der Selbstmedikation beachtet werden hier intern verlinken auf Grenzen der Selbstmedikation. Denn der ursächliche Erreger wird nur bei vier bis sechs von zehn Betroffenen festgestellt.  Etwa 85 Prozent der Erreger sind Bakterien.

Der Reisedurchfall wird hauptsächlich von folgenden Erregern verursacht. Ihre Bedeutung ist abhängig von der Reiseregion und der Reisezeit.

  • Bakterien: Enterotoxische E.coli, Campylobacter jejuni, Salmonellen, Shigellen oder Listerien. Viele Bakterien vermehren sich auf verdorbenen Lebensmitteln.
  • Viren: Noroviren sind die häufigste nicht-bakterielle Ursache und sind oft für punktuelle Ausbrüche verantwortlich, z.B. auf Kreuzfahrtschiffen. Auch Rotaviren können Durchfälle verursachen.
  • Parasiten: Durchfall durch Parasiten hält oft länger an und sollte nicht in der Selbstmedikation behandelt werden. Parasiten wie Lambien oder Amöben werden u.a. durch infizierte Lebensmittel oder Wasser übertragen.

Wer nach einem Urlaub in einem tropischen oder subtropischen Land an Durchfall leidet, sollte  nach der Rückkehr nach Deutschland einen Arzt aufsuchen: Der Durchfall könnte durch Infektionskrankheiten wie Cholera oder Typhus verursacht sein. Gegen beide Krankheiten gibt es Impfstoffe.

Reisehinweise für Urlaubsländer bietet das Auswärtige Amt.
Ratgeber für Patienten: Was Sie schon immer über Reisediarrhö wissen wollten

Lebensmittelunverträglichkeiten und Vergiftungen

Wenn der Durchfall im Zusammenhang mit den Mahlzeiten auftritt oder von krampfartigen Bauchschmerzen begleitet wird, sollten Betroffene sich an einen Arzt wenden: Ursache könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein, z.B. gegen Milchzucker (Laktose) oder Klebereiweiß von Getreide (Gluten).

Merkblatt Laktoseintoleranz

Auch Nahrungsmittelallergien können zu Durchfällen führen. So können einige Zuckerausaustauschstoffe, z.B. Xylit in Kaugummis oder Light-Lebensmitteln, im Darm nicht aufgenommen werden und führen so zu Durchfall. Typisch ist, dass die Beschwerden bei einem Verzicht auf die entsprechenden Lebensmittel verschwinden.

Wichtig ist für die ärztliche Diagnose, die Beschwerden und die Zusammensetzung der Mahlzeiten zu protokollieren.

Vergiftungen durch giftige Pflanzen wie Pilze führen oft innerhalb weniger Stunden zu heftigem Durchfall mit Übelkeit und Bauchschmerzen. In schweren Vergiftungsfällen kann es zu Nieren- oder Leberschäden kommen. Als Faustregel gilt: Je später die Beschwerden nach dem Verzehr einsetzen, desto gefährlicher ist der Verlauf. Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte sofort der Notarzt (Telefon 112) gerufen werden.

Was tun bei einer Pilzvergiftung?

Auch Vergiftungen mit Chemikalien wie Insektenvernichtungsmitteln oder Schwermetallen können Durchfall auslösen.

Liste der Giftnotrufzentralen

Viren als Durchfallursache

Rotaviren

Durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien kann es umgangssprachlich zu einer „Darmgrippe“ kommen.  In Deutschland sind Rotaviren neben den Noroviren die häufigen Erreger akuter Durchfallerkrankungen. Vor allem Kinder infizieren sich: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind bis zum 3. Lebensjahr mehr als 90 Prozent der Kinder in Deutschland infiziert. Bis zum 5. Lebensjahr ist in der Regel bei allen Kindern eine Rotavirusinfektion abgelaufen.

Rotaviren werden durch fäkal-orale Schmierinfektion, kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Die Zeit zwischen der Infektion und den Krankheitsbeschwerden (so genannte Inkubationzeit) liegt bei ein bis drei Tagen. Eine Ansteckungsgefahr besteht, solange das Virus mit dem Stuhl ausgeschieden wird. In der Regel erfolgt eine Virusausscheidung nicht länger als acht Tage.

Eine Infektion mit Rotaviren kann mit leichten oder schweren Symptome oder völlig symptomfrei verlaufen. Die akute Erkrankung beginnt mit wässrigen Durchfällen und Erbrechen. Fieber und Schmerzen im Bauchraum können auftreten oder fehlen. Oft ist dem Stuhl Schleim beigemengt. Die Symptome bestehen in der Regel zwei bis sechs Tage. In mehr als der Hälfte der Fälle sind unspezifische Symptome der Atemwege zu beobachten.

Kompliziert sind die Erkrankungen, in deren Verlauf es zur Austrocknung kommt. Diese kann, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird, zum Tod führen. Erkrankungen durch Rotaviren verlaufen in Deutschland aufgrund der gesicherten medizinischen Versorgung aber nur selten tödlich.

Behandelt werden Rotavirus-bedingte Durchfälle durch die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten. Antibiotika und Mittel, die die Darmmotilität hemmen, sollten nicht eingesetzt werden.

Seit August 2013 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) die Impfung gegen Rotaviren für alle Säuglinge unter 6 Monaten als Standardimpfung. Es gibt in Deutschland zwei Impfstoffe gegen Rotaviren, die für Säuglinge bis zur 24. bzw. 26. Lebenswoche zugelassen sind.

Robert Koch-Institut: Rotavirus-Infektionen
Robert Koch-Institut: Schutzimpfung gegen Rotaviren

Noroviren

Noroviren sind sehr widerstandsfähig und bleiben außerhalb des menschlichen Körpers über Tage ansteckungsfähig. Das Virus wird über den Stuhl bzw. über Erbrochenes ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt vor allem als so genannte fäkal-orale Schmierinfektion oder über die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die beim schwallartigen Erbrechen entstehen. Die Übertragung kann auch über kontaminierte Lebensmittel erfolgen.

Gelangen die Viren in den menschlichen Körper, kann dies zu einer kurzen, aber heftigen Magen-Darm-Erkrankung führen. Typisch für eine Infektion mit Noroviren ist das plötzliche Auftreten starker Übelkeit, schwallartiges Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfälle und Kreislaufbeschwerden. Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. Fieber ist selten. In der Regel klingen die Beschwerden nach 12 bis 60 Stunden wieder ab. Die Erkrankung ist bei gesunden Menschen nicht lebensbedrohlich. Gefahren bestehen insbesondere für kleine Kinder und alte Menschen, wenn durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren gehen.

Medikamente gegen eine Infektion mit Noroviren gibt es nicht. Bei Bedarf sollte man Bettruhe einhalten und eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen. Eine orale Rehydrationslösung ist empfehlenswert.

Um die Infektion anderer Menschen zu vermeiden, sollten sich akut Erkrankte zurückziehen und nicht zur Arbeit gehen. Erkrankte Kinder sollten der Schule oder dem Kindergarten fern bleiben. Kinder unter sechs Jahren sollten erst zwei Tage nach Abklingen der Symptome wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen. Nach einer Norovirus-Erkrankung sollte mindestens zwei Wochen lang auf eine besonders sorgfältige Toiletten- und Händehygiene geachtet werden, da die Viren noch über Tage mit dem Stuhl ausgeschieden werden können. Daher ist die Beachtung allgemeiner Hygieneregeln das Wichtigste, um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen. Dazu gehört die regelmäßige gründliche Reinigung aller möglicherweise mit Stuhl oder Erbrochenem verunreinigten Gegenstände/Flächen einschließlich Türgriffe und Waschbecken. Beim Reinigen der Flächen sollten Gummihandschuhe getragen und Einwegtücher verwendet werden – und diese sollten nach Gebrauch entsorgt werden. Ein genereller Einsatz von Desinfektionsmitteln ist in Privathaushalten in der Regel nicht erforderlich.

Wenn der Erkrankte bei schwerem Verlauf der Infektion sehr viel Flüssigkeit durch Erbrechen und Durchfälle verlieren, sollte der Arzt verständigt werden. Eine Impfung gegen Noroviren gibt es bisher nicht.

Robert Koch-Institut: Noroviren-Infektionen

Selbstmedikation bei akutem Durchfall

Für die Selbstmedikation der Diarrhö stehen verschiedene rezeptfreie Medikamente zur Verfügung. Sie lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

  1. Die orale Rehydratationlösung (ORL) gleicht die Elektrolyt- und Wasserverluste aus
  2. Motilitätshemmer wirken hemmend auf Bewegung (Motiliät) des Darms. Sie werden im Darm resorbiert, gelangen ins Blut und wirken im gesamten Organismus.
  3. Adsorbentien werden nicht resorbiert, sondern wirken – vereinfacht  ausgedrückt – als eine „Lokaltherapie im Darm“. Sie binden im Darm Giftstoffe und Flüssigkeit und wirken so gegen Durchfall.
  4. Der Wirkstoff Racecadotril verringert den übermäßigen Wasser- und Elektrolyteinstrom in den Darm.
  5. Mikroorganismen wie Hefen oder Milchsäurebaktetien sollen das Wachstum schädlicher Erreger behindern.
  6. Phytopharmaka folgen unterschiedlichen Wirkungsmechanismen: Brombeerblätter, Gänsefingerkraut und viele andere Drogen enthalten Gerbstoffe, die die Empfindlichkeit der Darmschleimhaut herabsetzen. Uzarawurzel enthält Glykoside, die die Motilität des Darms hemmen.

Ausgleich von Flüssigkeits- und Salzverlusten

Erwachsene, die Durchfall haben, sollten mindestens drei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen. Bei Säuglingen werden mindestens 80 bis 150 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen.

Bei einem Durchfall verliert der Körper neben Flüssigkeit auch dringend notwendige Salze (Elektrolyte). Die orale Rehydratationslösung (ORL) gleicht die Verluste an den Elektrolyten Natrium plus Kalium schnell aus und führt dem Körper Flüssigkeit zu. Das ist bei akutem Durchfall im Kindesalter Therapie der ersten Wahl. Die gleichzeitige Gabe von Traubenzucker (Glucose) fördert die Aufnahme der Elektrolyte ins Blut. Eine Austrocknung des Körpers muss unbedingt vermieden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt folgende Zusammensetzung für die orale Rehydratationslösung, bezogen auf einen Liter Wasser:

  • 13,5 Gramm Glucose
  • 2,9 Gramm Natriumcitrat
  • 2,6 Gramm Natriumchlorid
  • 1,5 Gramm Kaliumchlorid

Die orale Rehydratation kann mit anderen Arzneimitteln gegen Durchfall kombiniert werden.

Ein veraltetes Hausmittel gegen Durchfall ist die Gabe von Cola und Salzstangen. Cola enthält unter anderem Zucker (Saccharose, wird vom Körper leicht zu Glucose abgebaut). Salzstangen enthalten, wie der Name schon sagt, viel Salz (Natriumchlorid). Bei diesem Hausmittel fehlen aber das Kalium. Im Erfrischungsgetränk ist Coffein enthalten. Coffein regt die Darmperistaltik an und daher ist dieses Hausmittel auch bei leichtem Durchfall nicht zu empfehlen. Keinesfalls kann es die ORL ersetzen. Wer unterwegs Durchfall bekommt und ein Hausmittel braucht, kann stattdessen auf folgendes „Rezept“ ausweichen:

  • einen Liter abgekochtes Wasser oder stilles Mineralwasser
  • einen viertel Teelöffel Kochsalz
  • einen viertel Teelöffel Backpulver
  • zwei Esslöffel Zucker oder Honig
  • eine halbe Tasse Orangensaft (Orangensaft enthält Kalium, alternativ kann man auch ein bis zwei Bananen zerdrücken und essen)

ABDA-Pressemitteilung 5. Feb. 2013: Cola und Salzstangen als Hausmittel gegen Durchfall überholt

Wann zum Arzt?

Kurzfristiger Durchfall ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Der Körper kann den kurzfristigen Verlust an Flüssigkeiten und Salzen in der Regel selbst ausgleichen.  Durchfall ist aber riskant für folgende Patientengruppen:

  • Kinder unter drei Jahren
  • Schwangere
  • Ältere Menschen
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z.B. nach einer Krebsbehandlung oder bei einer HIV-Infektion

Wenn der akute Durchfall aber länger als drei Tage anhält oder es Anzeichen einer Austrocknung auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Symptome einer Austrocknung sind unter anderem:

  • Durst (kann im Alter eingeschränkt sein)
  • trockene Haut (die Haut bleibt in Falten stehen)
  • trockene Schleimhäute und Zunge, Schluckprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • Teilnahmslosigkeit
  • Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Verwirrtheit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Kollaps

Kinder müssen bei Durchfall zum Arzt, wenn die Augen ihren Glanz verlieren, Lippen und Schleimhäute nicht mehr feucht sind  oder der Harn dunkel ist. Denn das sind Anzeichen einer Austrocknung. Bei Säuglingen kann die Fontanelle, eine weiche Stelle am Kopf, bei einer Austrocknung eingedrückt werden. Grundsätzlich sollten Kinder bis zu einem halben Jahr und Kinder mit Fieber, starken Bauchschmerzen oder blutigen Durchfällen zum Arzt.

Bei plötzlichem oder krampfartigem Durchfall sollten auch Erwachsene schnell einen Arzt aufsuchen. Einen Arzt aufsuchen sollten Betroffene auch, wenn gleichzeitig mit dem Durchfall Fieber oder wiederholtes bzw. schwallartiges Erbrechen auftreten. Bleibt der Durchfall länger bestehen, sollte der Arzt nach der Ursache suchen. Denn Durchfall kann auch ein Symptom schwerwiegender Krankheiten sein, z.B. einer Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes. Blutige Durchfälle können auftreten bei Magen-Darm-Infektionen, entzündlichen Darmerkrankungen oder Krebserkrankungen. Ist der Durchfall vermutlich die Folge einer Medikamentenunverträglichkeit oder einer Nebenwirkung, sollte gemeinsam mit dem Arzt ein Medikamentenwechsel diskutiert werden.

Aktuelles

Neues und Wissenswertes rund um die Sophien-Arzneimittel GmbH. Lesen Sie mehr...